Judasohren , Pilze sammeln im Winter

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Judasohr, Auricularia auricula-judae

Superfoods  selbst zu sammeln, ist sehr  spannend.  Dabei taucht dann oft die Frage auf, ob ich sie nicht  in meinem Garten ansiedeln kann. Vor Jahren nahm ich Pulver aus  Chinesischen Heilpilzen und stellte bei Recherchen fest,  das Judasohren (Auricularia auricula-judae) auch als Mu-Err Pilz aus asiatischen Gerichten bekannt, auch bei uns wachsen. Ich fand sie bisher nur an Holundersträuchern und zwar an abgestorbenen Ästen. Sie scheinen keine  Parasiten zu sein, sondern totes Holz zu besiedeln. Neulich entdeckte ich zu meiner Freude auch hier in der Feldmark ein Holundergebüsch mit reichlich Totholz und schönen Pilzreihen, allerdings nur  an schattigen Stellen in Bodennähe, wo das Holz lange feucht bleibt. Gestern  kehrte ich zurück  um zu  fotografieren, konnte sie jedoch nicht finden. Ein paar Tage trockener Wind hatte sie fast alle schrumpelig und grau werden lassen, kaum noch sichtbar,  bis auf diese Ausnahme:  Auf dem Foto könnt ihr im Vordergrund das saftige Braun der frischen Pilze und im Hintergrund die tockenenden grauen Exemplare sehen. Ich entdeckte doch noch 7 frische Judasohren , für eine abendliche Hühnersuppe . Mit seiner knackigen Gummibärchenkonsistenz und dem weitgehend neutralen Geschmack lässt dieser Winterpilz  in viele Gerichte integrieren.

Auch ein paar  Äste mit Pilzfruchtkörpern  nahm ich mit ,  um sie  zusammen zu binden und über Winter im Treibhaus in einen Eimer mit etwas Wasser zu stellen . Sollten sie dort gedeihen, werde ich berichten. Da der Fundort in der Feldmark eigentlich zu trocken für das Judasohr ist, möchte ich auch versuchen, ihn in einem Wädchen im Leine-Überschwemmungsgebiet anzusiedeln.

Über Kommentare und Eure Erfahrungen mit dem Judasohr freue ich mich.

Chilipulver ohne Husten

Ganze Chilipflanzen sehen malerisch aus, wenn sie in der Küche von der Decke baumeln, sind jedoch im Ernstfall beim Kochen sind eher unpraktisch. Wer möchte schon beim Verspeisen der scharfen Suppe erleben, wie der liebevoll bekochte Schatz eine ganze Chili zerbeißt und gerettet werden muss. Jede Prise frisch mit der alten Kaffeemühle zu mahlen ist auch aufwändig, da es  immer  ein wenig Husterei bedeutet, ich Handschuhe benutze (  seit ich mir einmal mit Chilifingern ins Auge gefasst habe…..nach gründlichem Waschen!)…und die Mühle oder der Mörser gründlich gereinigt werden müssen.
Chilipaste ist lecker, aber die kleinen Gläschen schimmeln doch irgenwann, wenn geöffnet und bei der Herstellung habe ich mir die Seele aus dem Leib gehustet.

Diesen Winter ist mir mehr nach einer simplen  Lösung: einfach Pulver herstellen, um  beim Kochen eben mal ein Gläschen  aufzuschrauben, pulverisierte Chili zu streuen  und so für mein Gericht eine gleichmäßige Schärfe zu erreichen.

Und so wie oben zu sehen, ging es ganz gut:
Ich zerdrückte die trockenen, sehr spröden Schoten (mit Handschuhen!), dabei ließ sich leicht der Stiel mit einigen Kernen entfernen.

Die entstandenen  Chilischnipsel sind  bei mäßigem Gehuste schnell im Mörser zermahlen. Der  Nüssehacker zerkleinerte die Kerne noch besser, (wenn er mindestens halb gefüllt war) und dank Deckel auch  bronchienschonender.
Dank dieser schnellen Pulver-im Glas-Lösung gibts wieder öfter lecker-scharfe Wintergerichte.