Christiane und Thomas von der Firma Gartenzeit zu Besuch in Arianes Garten

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Christiane Büch und Thomas Michael Gehm

Vor ein paar Tagen bekamen wir spontanen Wochenendbesuch von Tine , meiner langjährigen Gartenfreundin und ihrem Mann Thomas aus dem Raum Bad Segeberg.
Schon seit vielen Jahren fliegen, wenn wir uns nicht sehen,  die Gartengeschichten per Mail zwischen uns hin und her.
( so entstand auch das gemeinsame Buch „Grüne Bande“).

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Abends beim gemeinsamen Gemüseputzen auf den  Terrassenplanken konnten wir endlich wieder einmal life erzählen…. von den Auswirkungen der Dürre auf unsere Pflanzenkinder, vom bunten Völkchen der Insekten, das sich im Moment in Gärten mit Blütenangebot und Wasser zu versammeln scheint…..vom Leben im Besonderen und Allgemeinen….wie zwei  Freundinnen das denn so tun……

Die Männer hingegen im halbfertigen Dachgeschoss……ganz klassisch beim Fachsimpeln über Bauweisen.

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Gemeinsames Kochen gehört zu unseren Ritualen.

Am  Morgen danach folgte  der obligatorische Rundgang durch den noch  kühlen Garten und Thomas beschloss zu filmen.  So kann ich euch nun mitnehmen  zum  Gartenplausch über Bohnensorten und Fenchelbewohner.

Hier gehts zu Tines Bericht über den Besuch-Illustriert mit Fotos von Thomas

Und hier zum Film von Thomas

Ich bin ganz froh….

Tschüß, bis bald und: ja Tine … es war so  schön mit Euch!

 

 

Blühinseln im Rasen als Hummelparadies

Ganz einfach durch Nichtstun wurde unser Rasen in den letzten Wochen zur Bienenweide.
Aufgrund der Hitze haben wir selten gemäht, da kaum Wachstum zu verzeichnen war. Es entwickelten sich verschiedene  Bilder :

Weißklee

Im gut mit Wasser versorgten Randbereich des Gemüsegartens entstand eine Kleewiese

Um laufen zu können, ohne in Nektar sammelnde Hummeln zu treten, ließen wir kurz geschorene Rasenwege  zwischen den Inseln. Wir wechseln  die Lage der Inseln bei jedem Schnitt, damit unser „englischer“ Rasen sich erholen kann.

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Hier konnte ich bisher 3 verschiedene Arten von Hummeln und diese Bienen beobachten

Braunelle

In trockeneren Bereichen scheint die violette Braunelle am stärksten zu sein, daneben sind auch etwas Klee und gelegentlich gelbe Hahnenfußblüten zu sehen.

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Auch Braunelle ist als Lippenblütler sehr beliebt bei den Hummeln, ähnlich wie der Gundermann im Frühling.

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Rasenbereiche die sehr trocken werden, könnten sich auf Dauer in Richtung Trockenrasengesellschaft entwickeln. Hier blüht gerade das Ferkelkraut.

An diesen Stellen würde ich nächstes Jahr gern mit Quendel (Thymus serpyllum ), einem ganz flachen Wildthymian experimentieren….vielleicht wächst hier auch Campanula rotundifolia, eine wunderhübsche winzige Glockenblume. Jeder kennt sie aus Kinderbüchern, in denen das Treiben von Blumenelfen dargestellt wird….

Korbblütler wie Ferkelkraut, Löwenzahn und Orangerotes Habichtskraut bieten vielen Wildbienen leicht erreichbare Nahrung

Ich mag eigentlich keine Massen von Klee im Rasen, da der Schnitt wohl Samen beinhaltet und nicht mehr zum Mulchen taugt. Doch die neusten Erkentnisse über das rasante Fortschreiten des Insektensterbens haben  mich kräftig durchgeschüttelt. Selbst in meinem sonst so üppig blühenden Stauden- und Kräutergarten werden aufgrund der üblen Trockenheit die Blüten weniger,  die Bienen dagegen  mehr . Wie mag es da an den Feldrainen aussehen?
Ich glaube wir müssen in Zukunft andere Prioritäten setzen und können das Handeln nicht mehr „der Politik“ oder den Naturschutzorganisationen überlassen.

Jede/r sollte aktiv werden, so gut er oder sie kann und zwar am besten sofort.

Dabei geht es (meiner Meinung  nach) nicht mehr vorrangig um „heimische Pflanzen“ (dazu schreibe ich später etwas), sondern einfach um möglichst viel Blüten. Pflanzt Gehölze, Stauden, Gemüse, Kräuter…alles, was blüht. Und jede/r pflanzt und sät nach bestem Wissen und Können. Das Wissen um die besten Bienenpflanzen  und der Spaß an der Sache  wachsen beim Tun….probiert es aus!

Zwei  Kleine Maßnahmen, die wenig Mühe bereiten und sofort umsetzbar sind:   das Stehenlassen von Blühinseln im Rasen und das Aufstellen von Wasserschalen.

Ihr werdet sehen,  wie sich der Garten  mit Leben füllt!

Übrigens: Wasserschalen und Blumenkübel  ….geht auch auf dem Balkon 😉

Ein Daumen, falls mein Beitrag euch gefällt, oder Eure Erfahrungen, bitte immer gerne!

 

Sommerliche Nahrung für die Wildbienen

Der dramatsiche Rückgang der Insektenvielfalt wurde mir bei meinem Einzug hier auf dem Lande deutlich…siehe auch Raupen, Fluch und Freude . Noch immer gibt es hier wenig Honigbienen, aber  durch ein gutes Nahrungsangebot  an Blütenpflanzen hat sich im Laufe von 4 Jahren ein buntes Völkchen verschiedenster Wildbienen ( viele Hummeln) und Schmetterlinge in unserem noch jungen Garten angesiedelt. Als Pflanzenspezi kenne ich ihre Lieblingspflanzen, stecke aber mit der Bestimmung der Bienen selbst noch in den Kinderschuhen.
Da ich als Gartenplanerin in  unserem  Versuchs -garten viel auf Ästhetik achte, sind hier viele nicht-heimische Pflanzen zuhause . Doch diverse Kräuter und Bienenpflanzen gibt es bereits, die eifrig besucht werden.
Da  Bienenarten spezielle Bedingungen zur Anlage ihrer Bruthöhle benötigen und   in der Ernährung sehr festgelegt sind, (manche auf Nektar und Pollen einer  einzigen Pflanzenart),  ist es sinnvoll, ihre Bedürfnisse zu kennen, wenn ich sie gezielt förden will…z.B durch Ansiedeln weiterer heimischer Pflanzen.

Heute eine Momentaufnahme einiger  derzeit   blühender sommerlicher Nahrungspflanzen mit ihren Besuchern.

 

Wildbiene an Digitalis

Eine seltsame Spezies, die mit ruckartigen Bewegungen fliegt und wohl Fingerhut und Linaria bevorzugt

Alle Arten von Fingerhut (Digitalis) sind auch besonders gut besucht von   den dicken brummenden Hummeln.

Wildbiene an Wegwarte

Die Wegwarte ist bei diversen Wildbienen und Hummeln beliebt

Wegwarten , wie viele Korbblütler wertvolle Nahrungspflanzen für Insekten, gab es früher an vielen Wegrainen .
Vor meinem Gartenzaun und an den Rändern der umgenbenden Weideflächen , siedele ich sie gerade neu an, indem ich Saat von meinen Pflänzchen verteile. Erst einmal gekeimt, sind sie sehr ausdauernd, es sei denn, die Wühlmäuse nagen ihre Pfahlwurzel durch…
Auch ich  liebe sie sehr …ihr unglaubliches Blau  zur Zeit des Morgentees …gegen Mittag schließen sie ihre Blüten und sind dann völlig unscheinbar.

Inula

Alle mir bekannten Korbblütler, hier der große Alant, bieten reichlich leicht verfügbare Nahrung.

Hummel auf Knautia

Auf den Knautien herrscht reges Treiben

Alle Scabiosen-ähnlichen Stauden wie die schöne, rote Knautia, aber auch die über mannshohen, cremegelben Cephalarien scheinen Hummel-, aber auch Bienenmagnete zu sein. Doch für die Erhaltung der  Wildbienen ist sicherlich die heimische, fliederfarbeneTaubenscabiose noch wertvoller.Ich werde sie ausprobieren.

Foeniculum

Wespen, aber auch eine Vielzahl von Bienen,  Hummeln, Käfern, Fliegen beobachte ich auf den Fencheldolden 

Der über 2 m große Teefenchel säumt mit Alant und anderen Großstauden meinen Gartenrand, solange die Sträucher noch  klein sind. Die ersten Pflanzen kamen vor 25 Jahren (über auf dem Kompost entsorgten Stilltee – ungemahlene Fenchelsamen) in  mein Leben. Und da er sich reichlich aussät, begleitet er mich seitdem. Jedes Jahr bietet  er zur Blütezeit viel Nahrung  für die fliegenden Mitbewohner….und im Herbst ernte auch ich reichlich Samen für Tees und zum Brotbacken . Ihn anzusiedeln lohnt sich: Er ist robust, verträgt viel Trockenheit, und sollte er erfrieren, so gibt es meist jede Menge Nachwuchs. Weitere , allerdings 2-jährige Doldenblütler wie Petersilie, Dill,  Koriander, Möhren und Pastinaken im   Gemüsegarten werden viel besucht, wenn ich sie für die Samengewinnung blühen lasse.

Salvia nemorosa

Dies könnte eine Honigbiene sein, die sich am weißen Sommersalbei stärkt

Ich liebe wie die Bienen und Hummeln Salbei in allen Varianten: Die  als Gewürz und Heilkraut genutzte Salvia officinalis, den Sommersalbei ( Salvia nemorosa, hier oben in Weiß, oft aber in tollen Violettönen), den 2jährigen Muskatellersalbei, den Wiesensalbei,  und meine Kübelpflanzen, die violette Sorte ‚Amistad‘, in deren viel zu lange Bütenröhren die Hummeln seitlich Löcher beißen, um  an den Nektar zu gelangen.

Teucrium hyrcanicum

Alle Gamander, hier Teucrium hyrcanicum, sind äußerst attraktiv für die dicken weißbepoten Hummeln.

Salbei und Gamander  gehören zu den für die Insekten wertvollen Lippenblütlern, wie auch die Indianernesseln, die Katzenminze, die lila Kerzen der Linaria oder Lavendel und Ysop.

Und hier wird schon deutlich: Es gibt unendlich viele schöne“Bienenpflanzen“.
Ich beschränke  mich heute auf meine Momentaufnahme und forsche weiter, demnächst unterstützt  von Paul Westrichs Buch: „Wildbienen, die etwas anderen Bienen“ und diversen Beiträgen des BUND und des NABU.
Falls Ihr spannende Quellen habt oder meine Blütenbesucher bestimmen könnt, …immer gerne .
Und ich hoffe, die ein oder andere Gärtnerin ermuntern zu können, mehr Bienenpflanzen und damit Freude und Artevielfalt in Ihren Garten zu holen.

Ja, ich weiß, da ist noch die Sache mit den Nisthilfen, die auch  irgendwann erzählt werden will. Es soll ja Leute geben, die alte Staubsaugerschläuche vom Sperrmüll sammeln um sie als Eingang zu Hummelhöhlen zu benutzen….

 

Aussaaten bei Eis und Schnee, platzsparend auf der Fensterbank

Ich scharre mit den Hufen , will dicke Bohnen, Möhren und Rote Beete in den Boden bringen, doch draußen stürmen eisige Winde . Die Temperaturen fallen nachts auf -14 Grad. Da fällt mir eine platzsparende Methode zum Vorziehen ein, die ich neulich auf Youtube bei „Kalinkas Küche“ fand ….   platzsparend ist wichtig! Denn auf den Fensterbänken stehen jetzt schon 16 Tomaten- und Paprikasorten und warten auf das Pikieren. Also wage ich das  Experiment.

Dicke Bohnen

Bohnensamen lasse ich vor der Aussaat immer eine Nacht quellen.

Ich schneide Streifen von Trittschalldämmung (einer dünnen Schaumstoffmatte ) zu, ca. 10 cm  breit, damit die Wurzeln der dicken Bohnen  genug Platz nach unten haben werden,  lege 2 Lagen Küchenkrepp darauf und befeuchte diese mit warmem Wasser. An der  Kante platziere ich ein Schildchen. Damit die Pflänzchen sich nicht drängeln und die Wurzeln sich möglichst wenig verfilzen, halte ich ca. 5cm Abstand zwischen den Kernen.

Dicke Bohnen in Rolle

Und zum Schluss wird schön fest aufgerollt.

Rote Bete in Rolle

Das Verfahren funktioniert natürlich auch mit Rote Bete.

Alle Kulturen, die sich verpflanzen lassen, können so platzsparend ausgesät werden. Ich habe heute das Experiment sogar mit Möhren gewagt, die ich später sehr jung und kerzengerade pflanzen muss, damit gerade Möhren entstehen.

Aussaatrollen

So können diverse Aussaaten mit Gummiring um den Bauch zur Keimung dicht beieinander stehen.

Je nach Lieblingskeimtemperatur meiner Kulturen stelle ich sie bei 15-20 Grad zum Keimen auf. Licht ist erstmal nicht nötig.
Nach ein paar Tagen kann ich die Rollen vorsichtig öffnen um  nach dem Stand der Keimung zu schauen. Hat die Saat gekeimt, so wird die ganze Rolle geöffnet, um eine ca 1 cm dicke Schicht Blumenerde aufzutragen. Beim wieder Aufwickeln entsteht eine dickere Rolle. Sollten die Pflänzchen später mehr Platz benötigen und  es zu dem Zeitpunkt draußen immernoch zu kalt  sein, kann der Vorgang noch einmal wiederholt werden. Wichtig ist es natürlich dabei, die Setzlinge nach der Keimung kühl ( 12-15 Grad) und seeeehr hell zu halten, damit keine dünnen Kletterpflanzen entstehen, aber das ist ja allegemein gültig bei Anzuchten auf der Fensterbank.
Wenn ein Treibhaus oder ein Frühbeetkasten vorhanden, möglichst bald raus mit den Schätzchen…und auch dabei natürlich die jeweiligen Vorlieben beachten!!!

Gut  an dieser Methode finde ich die Möglichkeit, den Stand der Keimung ohne Schäden an den Pflänzchen genau zu sehen, so kann ich auch die Keimfähigkeit von altem Saatgut prüfen.
Und: Saaten, wie Petersilie, die oft eeeewig brauchen , gewinnen so einen großen Vorsprung.
Aber wir sind ja noch ganz am Anfang….Glück und Geschick! Ich bin gespannt.

Habt Ihr  schon Erfahrung mit dieser Methode? Und? Wie liefs?

Judasohren , Pilze sammeln im Winter

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Judasohr, Auricularia auricula-judae

Superfoods  selbst zu sammeln, ist sehr  spannend.  Dabei taucht dann oft die Frage auf, ob ich sie nicht  in meinem Garten ansiedeln kann. Vor Jahren nahm ich Pulver aus  Chinesischen Heilpilzen und stellte bei Recherchen fest,  das Judasohren (Auricularia auricula-judae) auch als Mu-Err Pilz aus asiatischen Gerichten bekannt, auch bei uns wachsen. Ich fand sie bisher nur an Holundersträuchern und zwar an abgestorbenen Ästen. Sie scheinen keine  Parasiten zu sein, sondern totes Holz zu besiedeln. Neulich entdeckte ich zu meiner Freude auch hier in der Feldmark ein Holundergebüsch mit reichlich Totholz und schönen Pilzreihen, allerdings nur  an schattigen Stellen in Bodennähe, wo das Holz lange feucht bleibt. Gestern  kehrte ich zurück  um zu  fotografieren, konnte sie jedoch nicht finden. Ein paar Tage trockener Wind hatte sie fast alle schrumpelig und grau werden lassen, kaum noch sichtbar,  bis auf diese Ausnahme:  Auf dem Foto könnt ihr im Vordergrund das saftige Braun der frischen Pilze und im Hintergrund die tockenenden grauen Exemplare sehen. Ich entdeckte doch noch 7 frische Judasohren , für eine abendliche Hühnersuppe . Mit seiner knackigen Gummibärchenkonsistenz und dem weitgehend neutralen Geschmack lässt dieser Winterpilz  in viele Gerichte integrieren.

Auch ein paar  Äste mit Pilzfruchtkörpern  nahm ich mit ,  um sie  zusammen zu binden und über Winter im Treibhaus in einen Eimer mit etwas Wasser zu stellen . Sollten sie dort gedeihen, werde ich berichten. Da der Fundort in der Feldmark eigentlich zu trocken für das Judasohr ist, möchte ich auch versuchen, ihn in einem Wädchen im Leine-Überschwemmungsgebiet anzusiedeln.

Über Kommentare und Eure Erfahrungen mit dem Judasohr freue ich mich.

Chilipulver herstellen ohne Husten

Ganze Chilipflanzen sehen malerisch aus, wenn sie in der Küche von der Decke baumeln, sind jedoch im Ernstfall beim Kochen sind eher unpraktisch. Wer möchte schon beim Verspeisen der scharfen Suppe erleben, wie der liebevoll bekochte Schatz eine ganze Chili zerbeißt und gerettet werden muss. Jede Prise frisch mit der alten Kaffeemühle zu mahlen ist auch aufwändig, da es  immer  ein wenig Husterei bedeutet, ich Handschuhe benutze (  seit ich mir einmal mit Chilifingern ins Auge gefasst habe…..nach gründlichem Waschen!)…und die Mühle oder der Mörser gründlich gereinigt werden müssen.
Chilipaste ist lecker, aber die kleinen Gläschen schimmeln doch irgenwann, wenn geöffnet und bei der Herstellung habe ich mir die Seele aus dem Leib gehustet.

Diesen Winter ist mir mehr nach einer simplen  Lösung: einfach Pulver herstellen, um  beim Kochen eben mal ein Gläschen  aufzuschrauben, pulverisierte Chili zu streuen  und so für mein Gericht eine gleichmäßige Schärfe zu erreichen.

Und so wie oben zu sehen, ging es ganz gut:
Ich zerdrückte die trockenen, sehr spröden Schoten (mit Handschuhen!), dabei ließ sich leicht der Stiel mit einigen Kernen entfernen.

Die entstandenen  Chilischnipsel sind  bei mäßigem Gehuste schnell im Mörser zermahlen. Der  Nüssehacker zerkleinerte die Kerne noch besser, (wenn er mindestens halb gefüllt war) und dank Deckel auch  bronchienschonender.
Dank dieser schnellen Pulver-im Glas-Lösung gibts wieder öfter lecker-scharfe Wintergerichte.

 

Raupen, Fluch und Freude

Der Mörder war wieder der Gärtner….Bei  Kohlweißlingsraupen werde ich wirklich zur Mörderin! Gerade wenn  der Brokkoli endlich die Drehherzmücke überlebt hat,fallen sie  in Massen über ihn,  oder noch lieber über den zarten Grünkohl her, auf den ich diesen Herbst so stolz bin. Da hilft nur Handschuhe anziehen und absammeln…

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Raupen vom großen und kleinen Kohlweißling

Doch vor ein paar Wochen machte ich an meinen Möhrenpflanzen einen aufregenden Fund.OLYMPUS DIGITAL CAMERADies scheint die Raupe vom Schwalbenschwanz zu sein.
Meine Freude ist so groß, weil es vor 3 Jahren bei unserer Ankunft hier in der Agrarsteppe   fast keine Insekten gab…..Der Garten beherbergte  nur eine blütenlose Rasenfläche. Im ersten Jahr sah ich keine Bienen, wenige Hummeln, nur reichlich Mücken und Schmeißfliegen von der Kuhweide nebenan. Das ändert sich inzwischen rasant…Ich fühle mich manchmal wie auf einer lebendgen kleinen Insel und werde wohl lernen müssen , meine Mitbewohner zu bestimmen, um ihre Anwesenheit gebührend zu würdigen.

Schwalbenschwanz

Ein Schwalbenschwanz

Juli 2018: Im Treibhaus rette ich einen wunderschönen Schwalbenschwanz, der elegant davonsegelt. Ich  will ihn fotografieren…doch es ist unmöglich, da er viel zu schnell von Pflanze zu Pflanze „hüpft“. „Hilltopping“, wie ich später lerne, der Vorgang des Eierlegens. Also beschränke ich mich aufs Beobachten und stelle fest, das er zielsicher sämtliche Doldenblütler wie Fenchel, (siehe auch :     Sommerliche Nahrung für die Wildbienen,) Dill, Möhren, Pastinaken und Bärwurz ansteuert.

Tage später  höre ich bei Freundin Ilona, das sie  Ähnliches erlebte und sie  ihn erfolgreich einfing mit ihrer Smartphonecamera: Hier nun also Ilonas Handyfoto für Euch. Ist er nicht elegant? Sogar die Schwalbenschwänze sind bei genauerem Hinsehen zu erkennen.

Und bei mir tummeln sich inzwischen mindestens 4 der bunt gestreiften Raupen, alle im Fenchel.

Schwalbenschwanz

Und nun hoffe ich , das die Vögel sie am Leben lassen

Mit ein wenig Glück gibt es nächste Jahr schon 3 oder 4 Exemplare dieses schönen Falters.

Doch auch die Kohlweißlinge scheinen diesen heißen Sommer zu mögen. Sie tanzen in ganzen Schwärmen über unseren Garten. Ich ahne Schlimmes für Grünkohl und Brokkoli. We will see…

 

Eine warme Holz-Terrasse

Nachdem die Terrasse am Haus nun erstmal durch Freiluft-Badewanne mit Paravent belegt ist, fehlte uns  in Juni der abendliche Sitzplatz…sodaß wir endlich in Schwung  kamen und ein neues Stückchen Plan realisierten: Wir  bauten  ein Holzdeck vor den Treibhausgiebel . Und da es viele Fotos gibt, hier eine kleine Anleitung zum Nachbauen:
Am mühsamsten war das Auflösen des Baustofflagers und das Beseitigen von Giersch und Quecke. Einen Großteil der Klinker stapelten wir ohne Mörtel als dicke Mauer.

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Auch das Herstellen des Planums, einer komplett ebenen Fläche als Untergrund, kostete uns viel Zeit. Schneller ging es, nachdem wir 2 Metallrohre waagerecht in der Erde versenkten und die überflüssige Erde mit einenm 2 m langen Richtscheit abzogen.20170708_191227.jpg
Die gut verdichtete, ebene Fläche bedeckten wir mit wasserdurchlässigem Unkrautflies . Den  Unterbau zimmerte Stefan aus Glattkantbrettern ( Fichte,  24/70mm).
Weil der Rahmen zu  unhandlich wurde, setzen wir ihn aus 2 Teilen zusammen…
Im Bild unten seht Ihr, das die linke Seite der Unterkonstruktion noch eine Verstärkung bekam.
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Diese Bretter verwendeten wir auch für den Belag, da sie verfügbar waren.
Haltbarer sind natürlich sibirsche Lärche oder Zeder auch gern in dickeren Querschnitten.
Beim Befestigen des 1.Brettes  einen rechten Winkel zur Unterkonstruktion zu haben, ist von Vorteil  😉
Beim Festschrauben der Bretter, hilft ein Plättchen, den Abstand zu regulieren.
Jeweils 2 Schrauben zum Befestigen sorgen dafür, das das Holz sich nicht werfen kann. Den Überstand  haben wir ganz zum Schluss gerade abgeschnitten.
Ein Stirnbrett davorgesetzt bildet einen ruhigen Abschluss.

Die griffelten Oberflächen, die im Holzhandel üblich sind und für bessere Rutschfestigkeit sorgen sollen, halte ich für ungünstig, da das Wasser in diesen Rillen lange stehen bleibt, Algen begünstigt und die Reinigung der Terrasse schwieriger ist. Behandeln möchte ich die Terrasse (als Experiment) nur durch Schrubben mit Seife.
Stefan schwört darauf.
Also dann, Euch viel Erfolg beim Bauen.

Farbharmonie im Staudenbeet contra „Blackboxgardening“

Da ich für meine Planungen ständig Pflanzen ausprobiere, beherbergt mein Garten viele verschiedene Stauden in nur wenigen Exemplaren. Eigentlich würde ich, um Ruhe und Harmonie in eine Staudenrabatte zu bringen, die Pflanzen in großen Gruppen setzen . Da dies aus Platzmangel bei mir nicht möglich ist, begann ich vor vielen Jahren, monochrome Rabatten, also einfarbige Staudenbeete anzulegen. Daraus wurde eine Leidenschaft und ein gut funktionierendes Gestaltungselement.
In meinem noch jungen Garten  lassen sich bereits einige meiner Ideen erkennen, obwohl noch  viele Pflanzen in und neue Beete umsiedeln werden.
Blaue Rabatte 682 - Kopie.JPGHier zB die blaue Rabatte, mit Iris ( Iris barbata und I. sibirica), Stochenschnäbeln, Veronica, Salbei, Amsonia und vielen anderen, die mich im   Mai so erfreut haben. Auch gut  zu erkennen , wie die kräftigen Farben mir entgegenkommen, die leichten, pastelligen Töne und das graue Laub der Artemisia nach hinten zu weichen scheinen.  Auf diese Weise kann ich  kleinen Beetflächen mehr Tiefe verleihen…wenn denn die Höhenstaffelung es zulässt.P6146826 - Kopie.JPG
In meiner noch jugendlichen Purpurrabatte  nähern wir uns ab Mai verstärkt dem Thema des Blackboxgardenings. (Sozusagen dem Überraschungsgärtnern…) Viele der Pflanzen hier sind kurzlebige Wanderer, lassen  sich schwer kontrollieren, säen sich in einer breiten Farbpalette aus. Im Mai blühten die Akeleien  in bunter Pracht von Rosa, Weinrot und Blau-Violett. Ich habe mich gefreut, sie beim Umzug auf den lehmigen Standort nicht verloren zu haben. Doch, wenn das Bild zu unruhig wird, oder sie andere Schätze bedrängen, müssen sie weichen…selektiv natürlich. Die Knautia-Knöpfchen (nur in diversen Purpurtönen)  muss ich dieses Jahr reduzieren. Sie erdrücken  die Phloxe. Die dunkele Wegmalve (Malva sylvestris mauretania) passt herrlich ins Bild und darf meist bleiben. Fingerhüte auch ein paar…
Der Schlafmohn, (Papaver somniferum) entwickelt sich zum Unkraut. Doch welche Exemplare soll ich stehen lassen?? Zur Blütezeit kommt dann die Überraschung: Dieses Jahr viele Exemplare in Knallrot (s. Hintergrund), nicht so schön….sie dürfen sich nicht versamen!

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Doch die Rotvioletten in der Morgensonne ,
passen  sich harmonisch ein in das Farbbild  und haben wie alle Mohne diese
Knitterseiden-Anmut, die mich immer wieder in fassungsloses Staunen versetzt.

Wenn nicht, oh Schreck, schon ein Großteil meines Speicherplatzes in der Mediathek verbraucht wäre, würde ich am liebsten gleich noch eine Mohnparade zusammenstellen. Ich muss leider die Fotos mehr komprimieren.
Kommt ihr in Euren Blogs mit dem Speicherplatz aus? Gern Kommentare dazu 🙂

 

Die Ruhe zwischen den Tagen

 

Winter, dachte ich mir, DAS ist der einzig mögliche Zeitpunkt für den Beginn meines Blogs…wo sonst in dem Knäul aus Planungsbüro, Hausbauen und Selbstversorger-Gartentum soll ich einen Anfang für den roten Faden finden.
Und tatsächlich.
Nach Weihnachten scheint sich die Welt der Menschen langsamer zu drehen, und da es teilweise wirklich friert, ist auch die Verlockung sich zu Frühlingsarbeiten hinreißen zu lassen, nicht allzu groß. Vielmehr läuft das alte Gartenjahr gerade aus und  das Geflecht aus Tätigkeiten ist  überschaubar.

Frostschutz: Sämtliche verfügbaren Tannenzweige nutze ich , um Rosen und andere Zartbesaitete im Garten vor  eisigen Winden zu schützen.  Unser ‚blaues‘ Feigenbäumchen im Treibhaus wird nun endgültig dick frostsicher eingepackt. Die Äpfel, die riskanter Weise draußen nur mit Decken geschützt in Kisten lagen, wandern jetzt auf den ungeheizten Teil des Dachbodens …na wandern klingt so leicht…Noch wuchten wir sie eine Leiter hinauf, da es die Treppe zu Boden noch nicht gibt. PC305778.JPGAm Fenster, (schön hell aber kühl) stehen dort schon seit Wochen   eine Reihe frostgefährdeter  Schätze in Töpfen, wie der Rosmarin, der erst nächstes Jahr im Freien überwintern soll, der herrliche Salbei ‚Amistad‘, an dem noch immer einzelne knall-lila Bütenrispen sitzen, die Zistrose und das Chinesische Süßblatt ( Tian Cha, botanisch Rhubus suavissimus).
Auch meine Andenbeeren ( Physalis peruviana) überwintere ich dieses Jahr, damit sie als große Pflanzen in den Sommer starten und reichlich tragen.

P1095810.JPGDie Regentonnen mussten dringend geleert werden….Um die  Eisschicht an der Oberfläche zu entfernen brauchte ich schon eine Axt….also höchste Eisenbahn. Nichts ist ärgerlicher, als nach einer Frostphase vor einer geplatzten Regentonne zu stehen, nur weil ich  mich nicht vom kostbaren Blumengießwasser trennen mochte.

PC295735.JPGDie letzten Rote Beete und Möhren  habe ich geerntet und mich beim Schrubben im eiskalten Wasser für diesen Winter  gern vom  Selbstversorgertum verabschiedet.

PC215722.JPGDie Auswahl für den morgendlichen grünen Smoothie ist inzwischen doch sehr begrenzt: Äpfel lagern wir reichlich, dazu heute die letzten glücklichen Kiwis von einem Gärtner aus der Nachbarschaft. Aber das Grün….Grünkohl mit Kerbel oder Rucola mit Feldsalat….ab und an ein Löwenzahnwürzelchen oder ein Blatt Gundermann , winzige  Petersilienrosetten täglich etwas weniger…..PC215723.JPGNoch bin ich  irritiert, als  ich im Supermarkt nun schon zum 2. Mal Berge von Gemüse in den Wagen lade, wo ich vor Wochen  nur dachte „ haben  wir selbst , haben wir, haben wir….

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Unser Gemüsegarten sieht im Moment soooo aus…im Hintergrund das Haus, an dem wir seit April 2014 bauen und jede Menge Baumaterialien, die ihren unbezwingbaren Charme versprühen.