Eine warme Holz-Terrasse

Nachdem die Terrasse am Haus nun erstmal durch Freiluft-Badewanne mit Paravent belegt ist, fehlte uns  in Juni der abendliche Sitzplatz…sodaß wir endlich in Schwung  kamen und ein neues Stückchen Plan realisierten: Wir  bauten  ein Holzdeck vor den Treibhausgiebel . Und da es viele Fotos gibt, hier eine kleine Anleitung zum Nachbauen:
Am mühsamsten war das Auflösen des Baustofflagers und das Beseitigen von Giersch und Quecke. Einen Großteil der Klinker stapelten wir ohne Mörtel als dicke Mauer.

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Auch das Herstellen des Planums, einer komplett ebenen Fläche als Untergrund, kostete uns viel Zeit. Schneller ging es, nachdem wir 2 Metallrohre waagerecht in der Erde versenkten und die überflüssige Erde mit einenm 2 m langen Richtscheit abzogen.20170708_191227.jpg
Die gut verdichtete, ebene Fläche bedeckten wir mit wasserdurchlässigem Unkrautflies . Den  Unterbau zimmerte Stefan aus Glattkantbrettern ( Fichte,  24/70mm).
Weil der Rahmen zu  unhandlich wurde, setzen wir ihn aus 2 Teilen zusammen…
Im Bild unten seht Ihr, das die linke Seite der Unterkonstruktion noch eine Verstärkung bekam.
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Diese Bretter verwendeten wir auch für den Belag, da sie verfügbar waren.
Haltbarer sind natürlich sibirsche Lärche oder Zeder auch gern in dickeren Querschnitten.
Beim Befestigen des 1.Brettes  einen rechten Winkel zur Unterkonstruktion zu haben, ist von Vorteil  😉
Beim Festschrauben der Bretter, hilft ein Plättchen, den Abstand zu regulieren.
Jeweils 2 Schrauben zum Befestigen sorgen dafür, das das Holz sich nicht werfen kann. Den Überstand  haben wir ganz zum Schluss gerade abgeschnitten.
Ein Stirnbrett davorgesetzt bildet einen ruhigen Abschluss.

Die griffelten Oberflächen, die im Holzhandel üblich sind und für bessere Rutschfestigkeit sorgen sollen, halte ich für ungünstig, da das Wasser in diesen Rillen lange stehen bleibt, Algen begünstigt und die Reinigung der Terrasse schwieriger ist. Behandeln möchte ich die Terrasse (als Experiment) nur durch Schrubben mit Seife.
Stefan schwört darauf.
Also dann, Euch viel Erfolg beim Bauen.

Farbharmonie im Staudenbeet contra „Blackboxgardening“

Da ich für meine Planungen ständig Pflanzen ausprobiere, beherbergt mein Garten viele verschiedene Stauden in nur wenigen Exemplaren. Eigentlich würde ich, um Ruhe und Harmonie in eine Staudenrabatte zu bringen, die Pflanzen in großen Gruppen setzen . Da dies aus Platzmangel bei mir nicht möglich ist, begann ich vor vielen Jahren, monochrome Rabatten, also einfarbige Staudenbeete anzulegen. Daraus wurde eine Leidenschaft und ein gut funktionierendes Gestaltungselement.
In meinem noch jungen Garten  lassen sich bereits einige meiner Ideen erkennen, obwohl noch  viele Pflanzen in und neue Beete umsiedeln werden.
Blaue Rabatte 682 - Kopie.JPGHier zB die blaue Rabatte, mit Iris ( Iris barbata und I. sibirica), Stochenschnäbeln, Veronica, Salbei, Amsonia und vielen anderen, die mich im   Mai so erfreut haben. Auch gut  zu erkennen , wie die kräftigen Farben mir entgegenkommen, die leichten, pastelligen Töne und das graue Laub der Artemisia nach hinten zu weichen scheinen.  Auf diese Weise kann ich  kleinen Beetflächen mehr Tiefe verleihen…wenn denn die Höhenstaffelung es zulässt.P6146826 - Kopie.JPG
In meiner noch jugendlichen Purpurrabatte  nähern wir uns ab Mai verstärkt dem Thema des Blackboxgardenings. (Sozusagen dem Überraschungsgärtnern…) Viele der Pflanzen hier sind kurzlebige Wanderer, lassen  sich schwer kontrollieren, säen sich in einer breiten Farbpalette aus. Im Mai blühten die Akeleien  in bunter Pracht von Rosa, Weinrot und Blau-Violett. Ich habe mich gefreut, sie beim Umzug auf den lehmigen Standort nicht verloren zu haben. Doch, wenn das Bild zu unruhig wird, oder sie andere Schätze bedrängen, müssen sie weichen…selektiv natürlich. Die Knautia-Knöpfchen (nur in diversen Purpurtönen)  muss ich dieses Jahr reduzieren. Sie erdrücken  die Phloxe. Die dunkele Wegmalve (Malva sylvestris mauretania) passt herrlich ins Bild und darf meist bleiben. Fingerhüte auch ein paar…
Der Schlafmohn, (Papaver somniferum) entwickelt sich zum Unkraut. Doch welche Exemplare soll ich stehen lassen?? Zur Blütezeit kommt dann die Überraschung: Dieses Jahr viele Exemplare in Knallrot (s. Hintergrund), nicht so schön….sie dürfen sich nicht versamen!

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Doch die Rotvioletten in der Morgensonne ,
passen  sich harmonisch ein in das Farbbild  und haben wie alle Mohne diese
Knitterseiden-Anmut, die mich immer wieder in fassungsloses Staunen versetzt.

Wenn nicht, oh Schreck, schon ein Großteil meines Speicherplatzes in der Mediathek verbraucht wäre, würde ich am liebsten gleich noch eine Mohnparade zusammenstellen. Ich muss leider die Fotos mehr komprimieren.
Kommt ihr in Euren Blogs mit dem Speicherplatz aus? Gern Kommentare dazu 🙂

 

Die Ruhe zwischen den Tagen

 

Winter, dachte ich mir, DAS ist der einzig mögliche Zeitpunkt für den Beginn meines Blogs…wo sonst in dem Knäul aus Planungsbüro, Hausbauen und Selbstversorger-Gartentum soll ich einen Anfang für den roten Faden finden.
Und tatsächlich.
Nach Weihnachten scheint sich die Welt der Menschen langsamer zu drehen, und da es teilweise wirklich friert, ist auch die Verlockung sich zu Frühlingsarbeiten hinreißen zu lassen, nicht allzu groß. Vielmehr läuft das alte Gartenjahr gerade aus und  das Geflecht aus Tätigkeiten ist  überschaubar.

Frostschutz: Sämtliche verfügbaren Tannezweige nutze ich , um Rosen und andere Zartbesaitete im Garten vor  eisigen Winden zu schützen.  Unser ‚blaues‘ Feigenbäumchen im Treibhaus wird nun endgültig dick frostsicher eingepackt. Die Äpfel, die riskanter Weise draußen nur mit Decken geschützt in Kisten lagen, wandern jetzt auf den ungeheizten Teil des Dachbodens …na wandern klingt so leicht…Noch wuchten wir sie eine Leiter hinauf, da es die Treppe zu Boden noch nicht gibt. PC305778.JPGAm Fenster, (schön hell aber kühl) stehen dort schon seit Wochen   eine Reihe frostgefährdeter  Schätze in Töpfen, wie der Rosmarin, der erst nächstes Jahr im Freien überwintern soll, der herrliche Salbei ‚Amistad‘, an dem noch immer einzelne knall-lila Bütenrispen sitzen, die Zistrose und das Chinesische Süßblatt ( Tian Cha, botanisch Rhubus suavissimus).
Auch meine Andenbeeren ( Physalis peruviana) überwintere ich dieses Jahr, damit sie als große Pflanzen in den Sommer starten und reichlich tragen.

P1095810.JPGDie Regentonnen mussten dringend geleert werden….Um die  Eisschicht an der Oberfläche zu entfernen brauchte ich schon eine Axt….also höchste Eisenbahn. Nichts ist ärgerlicher, als nach einer Frostphase vor einer geplatzten Regentonne zu stehen, nur weil ich  mich nicht vom kostbaren Blumengießwasser trennen mochte.

PC295735.JPGDie letzten Rote Beete und Möhren  habe ich geerntet und mich beim Schrubben im eiskalten Wasser für diesen Winter  gern vom  Selbstversorgertum verabschiedet.

PC215722.JPGDie Auswahl für den morgendlichen grünen Smoothie ist inzwischen doch sehr begrenzt: Äpfel lagern wir reichlich, dazu heute die letzten glücklichen Kiwis von einem Gärtner aus der Nachbarschaft. Aber das Grün….Grünkohl mit Kerbel oder Rucola mit Feldsalat….ab und an ein Löwenzahnwürzelchen oder ein Blatt Gundermann , winzige  Petersilienrosetten täglich etwas weniger…..PC215723.JPGNoch bin ich  irritiert, als  ich im Supermarkt nun schon zum 2. Mal Berge von Gemüse in den Wagen lade, wo ich vor Wochen  nur dachte „ haben  wir selbst , haben wir, haben wir….

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Unser Gemüsegarten sieht im Moment soooo aus…im Hintergrund das Haus, an dem wir seit April 2014 bauen und jede Menge Baumaterialien, die ihren unbezwingbaren Charme versprühen.