Superfood Hagebutte

Die Wildrosenhecken scheinen diesen Herbst besonders schwer beladen mit Hagebutten.
Hier meine Erfahrungen mit der Verarbeitung:
Vor ein paar Tagen wagte ich es und biss von einer Frucht vorsichtig ein wenig der verlockenden roten Schale ab. Wow , ein Superfood mit Suchtfaktor! Aromatisch, säuerlich, süß….einfach nur lecker! Aber der Zeitaufwand, bis ich dann 2 Hagebuttenhälften von den Kernen und den berühmten Juckhärchen befreit hatte war entmutigend.

Die Hundsrose

Also fing ich an zu recherchieren und fand unter anderem bei Heilpflanzenschulen Infos über Inhaltsstoffe und Verarbeitung. Um nicht gut aufbereitetes Wissen zu wiederholen, verlinke ich 2 von ihnen ( ja man könnte dies auch als unentgeltliche Reklame bezeichnen) https://www.heilpflanzenschule-hildegard.de/2013/02/hagebuttenrezepte-aus-der-vogelsberger.html?m=1
Auch ein Video von Viriditas Heilpflanzenwissen (Michaela Schumacher-Fank)  gefiel mir. https://m.youtube.com/watch?feature=emb_title&v=GFEHgtjZc_A

Meine Ernte vor dem Putzen

So ermutigt, ließ ich meine Kindheitserinnerung „Hagebuttenmus“ wieder aufleben. Ich sammelte reife, dunkelrote Hagebutten von Hundsrose und Weinrose . Zuhause entfernte ich Stiele und die schwarzen Blütennippel, kochte sie (gut bedeckt mit Wasser) weich und rührte sie durch eine durch eine „Flotte Lotte“ mit einem richtigen Sieb ( ein einfaches Sieb tut’s auch). So sparte ich mir das mühsame Entkernen und Enthaaren. Der zurückbleibende Kernebrei brachte, erneut mit Wasser aufgekocht noch eine gute Ausbeute.

Alles eingesaut, aber heraus kam köstliches Hagenbuttenmus !

Dieses Mus habe ich mit ein wenig Zitronensaft und einem Viertel des Gewichtes an 2:1-Gelierzucker, wie jede andere Marmelade verarbeitet und in kleine, abgekochte Gläschen abgefüllt. Und tadaaa..fertig!

Mmmmh, ein leckerer, sehr eigenwilliger Geschmack.

Hagebutte eben…das Probierglas ist schon leergelöffelt.
Fühlte mich auf wundersame Weise mit meinen Urahnen verbunden 🙂

An der Variante „Hagebuttenpulver“ interessierte mich die Hagebutte als Superfood und Medizin. Hier zum Beispiel die Vitamine A, B und C, und die Bioflavonoide , die , wenn das Pulver nicht erhitzt wird, erhalten bleiben.
Mit den Bioflavonoiden, auch reichlich in den Kernen enthalten, möchte ich meine Gärtnergelenke pflegen …bin gespannt.

Ich sammelte also fleißig Hagebutten, dieses Mal gern auch ganz harte, teils noch orange Früchte, da diese viel Vitamin-C enthalten . Wieder entfernte ich die schwarzen Blütennippel und eventuelle Stiele und schnitt die Früchte längs auf …eine langwiereige Arbeit die viel Zeit zum Podkasts Hören bietet. Die Hände juckten tatsächlich ein wenig…ich fands aber nicht schlimm.

Die Ergebnisse sind vielversprechend. Ich trocknete die Hagebuttenhälften ca 24 Stunden auf den Sieben meines Dörrapparates, dieses Mal allerdings in der Nähe des Holzofens…sorgsam darauf achtend, das die Temperatur nie über 40 Grad stieg. Danach waren die Schalen lederhart, noch nicht brüchig .

Wenn die Schalen bewegt und gebogen werden, geben sie Kerne und viele Härchen frei.

In diesem Zustand bearbeitete ich sie portionsweise 2 Mal kurz im Nüssehacker und war erstaunt, welche Mengen der berühmten Juckhärchen freigesetzt wurden. Die Schalen schmecken jetzt ein wenig wie Naturfruchtgummi oder Hagebuttenkaugummi.

Die Juckhärchen ließen sich problemlos aussieben. Da die rote Schale noch nicht brüchig waren, gingen nur wenige winzige Schalenteilchen verloren.

Nun werde ich die Schalen weiter trocknen bis sie crispy sind und dann bei Bedarf portionsweise im Blender zu ganz feinem Pulver mahlen, denn ich gehe davon aus, das sich die guten Inhaltsstoffe in den Schalenhälften besser halten als im Pulver.

Wenn das Pulver genauso gut schmeckt , wie die Schalen jetzt, wird es mir leicht fallen, es regelmäßig „einzunehmen“….
Nachtrag: Es schmeckt wirklich lecker allerdings müssen die Kerne öfter gemahlen werden als die Schalen bis sie fein genug sind.

Und:. bei einer 2. Charge ließ ich die halbierten Hagebutten zu schnell trocknen, sodaß die Schalen vor dem kurzen Hacken schon härter waren. dabei ging mehr rote Schale verloren. Also lederharter Zustand beim 1. Zerkleinern ist am besten.

Eine echte Kostbarkeit, allerdings auch für die Vögel. Daher pflücke ich von einem Rosenstrauch (hier die Weinrose) jeweils nur einen kleinen Teil der Hagebutten.

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