
Judasohr, Auricularia auricula-judae
Superfoods selbst zu sammeln, ist sehr spannend. Dabei taucht dann oft die Frage auf, ob ich sie nicht in meinem Garten ansiedeln kann. Vor Jahren nahm ich Pulver aus Chinesischen Heilpilzen und stellte bei Recherchen fest, das Judasohren (Auricularia auricula-judae) auch als Mu-Err Pilz aus asiatischen Gerichten bekannt, auch bei uns wachsen. Ich fand sie bisher nur an Holundersträuchern und zwar an abgestorbenen Ästen. Sie scheinen keine Parasiten zu sein, sondern totes Holz zu besiedeln. Neulich entdeckte ich zu meiner Freude auch hier in der Feldmark ein Holundergebüsch mit reichlich Totholz und schönen Pilzreihen, allerdings nur an schattigen Stellen in Bodennähe, wo das Holz lange feucht bleibt. Gestern kehrte ich zurück um zu fotografieren, konnte sie jedoch nicht finden. Ein paar Tage trockener Wind hatte sie fast alle schrumpelig und grau werden lassen, kaum noch sichtbar, bis auf diese Ausnahme: Auf dem Foto könnt ihr im Vordergrund das saftige Braun der frischen Pilze und im Hintergrund die tockenenden grauen Exemplare sehen. Ich entdeckte doch noch 7 frische Judasohren , für eine abendliche Hühnersuppe . Mit seiner knackigen Gummibärchenkonsistenz und dem weitgehend neutralen Geschmack lässt dieser Winterpilz in viele Gerichte integrieren.
Auch ein paar Äste mit Pilzfruchtkörpern nahm ich mit , um sie zusammen zu binden und über Winter im Treibhaus in einen Eimer mit etwas Wasser zu stellen . Sollten sie dort gedeihen, werde ich berichten. Da der Fundort in der Feldmark eigentlich zu trocken für das Judasohr ist, möchte ich auch versuchen, ihn in einem Wädchen im Leine-Überschwemmungsgebiet anzusiedeln.
Über Kommentare und Eure Erfahrungen mit dem Judasohr freue ich mich.



Hier zB die blaue Rabatte, mit Iris ( Iris barbata und I. sibirica), Stochenschnäbeln, Veronica, Salbei, Amsonia und vielen anderen, die mich im Mai so erfreut haben. Auch gut zu erkennen , wie die kräftigen Farben mir entgegenkommen, die leichten, pastelligen Töne und das graue Laub der Artemisia nach hinten zu weichen scheinen. Auf diese Weise kann ich kleinen Beetflächen mehr Tiefe verleihen…wenn denn die Höhenstaffelung es zulässt.

Am Fenster, (schön hell aber kühl) stehen dort schon seit Wochen eine Reihe frostgefährdeter Schätze in Töpfen, wie der Rosmarin, der erst nächstes Jahr im Freien überwintern soll, der herrliche Salbei ‚Amistad‘, an dem noch immer einzelne knall-lila Bütenrispen sitzen, die Zistrose und das Chinesische Süßblatt ( Tian Cha, botanisch Rhubus suavissimus).
Die Regentonnen mussten dringend geleert werden….Um die Eisschicht an der Oberfläche zu entfernen brauchte ich schon eine Axt….also höchste Eisenbahn. Nichts ist ärgerlicher, als nach einer Frostphase vor einer geplatzten Regentonne zu stehen, nur weil ich mich nicht vom kostbaren Blumengießwasser trennen mochte.
Die letzten Rote Beete und Möhren habe ich geerntet und mich beim Schrubben im eiskalten Wasser für diesen Winter gern vom Selbstversorgertum verabschiedet.
Die Auswahl für den morgendlichen grünen Smoothie ist inzwischen doch sehr begrenzt: Äpfel lagern wir reichlich, dazu heute die letzten glücklichen Kiwis von einem Gärtner aus der Nachbarschaft. Aber das Grün….Grünkohl mit Kerbel oder Rucola mit Feldsalat….ab und an ein Löwenzahnwürzelchen oder ein Blatt Gundermann , winzige Petersilienrosetten täglich etwas weniger…..
Noch bin ich irritiert, als ich im Supermarkt nun schon zum 2. Mal Berge von Gemüse in den Wagen lade, wo ich vor Wochen nur dachte „ haben wir selbst , haben wir, haben wir….